Menschlichkeit und Solidarität
Es seien uns auch als Ortsorganisation einmal ein paar Worte zur aktuellen „großpolitischen“ Lage in Europa gestattet…
Österreich hat dieser Tage einmal mehr bewiesen, dass Menschlichkeit und Solidarität in unserem Land einen hohen Stellenwert haben. Auch die hohe Politik scheint aus der Sommerpause erwacht. Bundeskanzler Werner Faymann setzt sich endlich auf österreichischer und auch auf europäischer Ebene für eine menschliche Unterbringung und faire Verteilung von Schutzsuchenden, die vor Krieg und Vertreibung fliehen müssen, ein. Nun ist es höchste Zeit für einen EU-Gipfel zum Asylthema und höchste Zeit für eine europäische Quote!
Es ist notwendig, dass alle Länder der Europäischen Union in der Flüchtlingsfrage Verantwortung übernehmen, denn es kann nicht sein, dass nur Deutschland, Schweden und Österreich den Gutteil der Asylwerber übernehmen bzw. die Asylsuchenden den Eindruck haben, dass sie nur in Deutschland wirklich Schutz finden.
Hotspots an EU-Außengrenzen
Immerhin besteht das Problembewusstsein in der EU darüber, dass die Sicherung der EU-Außengrenzen besser werden muss und dafür alle EU-Länder zusammenhelfen müssen, denn diese Aufgabe ist für die Länder mit Außengrenzen alleine kaum bewältigbar. Der Vorschlag, dass sogenannte Hotspots eingerichtet werden sollen, Zentren an den Außengrenzen der EU, die gemeinsam mit der UNO-Flüchtlingsorganisation UNHCR errichtet werden), wo Asylsuchende registriert werden und im Anschluss auf die EU-Staaten aufgeteilt werden, könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein, macht aber nur Sinn, wenn es eine verpflichtende Quote für die Aufteilung innerhalb der EU gibt.
Kommissionspräsident Juncker wird morgen um 9 Uhr im EU-Parlament seine Flüchtlingsagenda präsentieren, dabei wird die Quote eine prominente Rolle einnehmen. Man darf gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis das bisher hochgelobte Friedensprojekt EU die größte Herausforderung seit Ende des Kalten Krieges endlich aktiv angeht und hoffentlich eine Lösung gefunden wird, die zur Stabilisierung beiträgt und den Menschen in Europa ihre Ängste nimmt, aber auch den Schleppern, die das Leben der Flüchtlinge aufs Spiel setzen, endlich ihre Geschäftsgrundlage entzieht!